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ferdinand schmatz : tokyo, echo

ferdinand schmatz

tokyo, echo

oder
wir bauen den schacht zu babel, weiter

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tokyo, echo

in dieser stadt schieben sich zeichen und bilder ineinander und in das wahrnehmende dort wie auseinander und formen auf der eigenen ebene bereits das niveau der nächsten (ebene platte figur) und hallen hier empfindend miteinander nach jetzt

tokyo, echo

platte (stets)

das auge zeichnet

immer nur sich selbst

an blick, der zieht,

was blieb im trieb,

und schiebt nach vor,

was hinten stobt zugleich,

sich löst wie bindet

ohne an zu greifen trägt

– was schwebt

(und noch nicht bebt)

auf riss – es naht,

und hebt sich ohne schweiss

– ist es die stadt

auf ihre weise glatt

das andere:

spagat aus holz,

papier als haut,

scharnier das licht

– für das, was ton

(als tun getönt),

für das, was graph

(als zeichen ungerad),

leimt sie im auge

nichts als ein

an sicht

(es lebt ja wie gesagt im span

– seis frau seis mann)

bricht aus so scheu,

was rund ist kopfend

im gesicht verzicht –

der laut, des mundes hand

greift sich im auge,

wendet sich zum blatt

– ein wink, ein schub –

in vieler wege zug

bahnt an, was fachen wird

die glut auf schwielen

(reis der brut),

es schwankt im flug,

der ruht

da zwischen –

aber türmen sie,

zuunterst,

jeden grund

(der trägt auch uns,

wir wanken –

aus gestellt ins auggedröhn

ungewohnt ins ohrgesehn

zu atmen

– etwas flach –

ins selbst, hochstossend

halt ins bildgetön)

tokyo, echo

ist es der raum (kleid)

sei es die zeit (traum)

gib mir den saum zur platte –

schiebe mich, auge, ins bild

(aus watte),

weg zum schild im flug,

wo ich wate hinters lid

des kopfes –

ins auge

des – ja – panischen

zopfes

im

zug – ruhig,

formen sich,

knüpfend,

dramen,

seien es

aus namen

räume:

shinjuku harajuku shibuya,

isetan keio my city

– stehen

in der mitte

(des loches –

punkt meines pochens),

wo:

idayobashi camera

– platzt

(ganz firm hinein in den bildverein)

daraus steigt:

kakio

– osthaft auf

zum dorf am rand,

geht blütig ohne

hast auf wand –

pflückend die kirschen

vom holz ins gebälk

der stadt,

wo:

alles bäumt

– was kakio ist –

im raum

(worttraum)

dort:

schlägt es

der frucht auf

das fleisch –

stickt dem saum

den namen an:

„geburt“

– von stamm zu ast,

von blüte zu kern

wuchert in jeder furt

die frucht aus –

den wuchs vervielfacht

hoch zu stücken

bambus für bambus

zum schild –

wachsen

die häuser mit

zum unganzen

an stadt

neigen sich äste

stürmend zurück –

im zeichen gestrüpp

wirkt die frucht

der furcht entgegen

mit bast – bindet sie

den blick nach

jedem auge, das rast,

da zu und ruht so

entbunden im nu

ineinander –

als dich tick

aus blatt wie werk

übersetzt es

sich –

quert

(echololal)

unstet

– blickt gekopftes,

türmt ab jeden schlund,

öffnet der zunge knick

– ein wenig angst frisst sich ein –

hisst sich, stimmt ein auf das reisig

fischlich umtopfte – an stadt,

schwanzt dann so hin, bricht sich

(und uns sinkt in watte zum stückwerk

geplattet auch ziemlich was ab),

ja ab, abgeht, was lacht uns da was aus,

im krach, schallt es auf, schupft das gekrebste

der wellen gang aus dem topf heraus,

den plattenwatten rauf und drauf platscht durchs weiche

dieses zeichen weichen bahnt sich dann an,

stadtsatt, im ohr krankt es dann l(e)idlich,

denn gemächlich schreit, et da nichts,

es engt sich die kehle im weiten –

zersingt laute, runde geschmeidig

im heben der köpfe unter den töpfen, hoffend,

dass sich spannt, was naht, zum kleid –

etwa – die bilder, nicht aber das wild der körper,

(während der meine etwas abschlankt im wirr,

dass die haare in den suppen rupfen sich selbst –

zu berge, um zu bilden den kamm, höchstens,

denn eher ab als auf gehts dorthin und im inneren auch),

lösen sie sich zu haufen, kopfen sich neigend an, doch

– vertan, was sich gestet, war gestern immer ein jetzt –

gestus formt dem körper zeichen

alles an hartem heraus,

bellend in tönen schlingt er von tiefe hoch

– treibt die platte ins nächste gewächs,

haust sich umschlungen tür an tür

(geschoben ins gespür, für feinstes, an zier) –

fasst es – büchse wie buch – mit dem stäbchen an,

führt das entschuppte im schlag der wimper

ein, harrt im anblick der zunge stoff,

raumsaum des tiers

– fleisch, faser, korn –

lose im flug

– pfeilend ruht, was fliegt in sich –

(dass es entwirrt uns mehr als löst ab),

das gebell k,linkt zurück,

winkt also im spiegel zu rücken

den gast, gar nicht mehr panisch in rast,

in hocke an kirsche wie fisch –

sich einzuspinnen mit den puppen

(ins gewand),

leere die hand, doch voll an gaben

die töpfe mit reis in den fischen,

und andere waben hängen entzupft

das gebell um zum gesang,

summend rauscht in erwartung

der zungen schlag

im auf trag das nächste

– glöckchen ist es im geleise,

deren rippen aus stahl

vibrieren machen das herzen

durch dich, aber dünn –

und flott geht die rede

durch die gabe an stoffen

rasend in stille vor –

stehend bietet sie der welle

– halt:

eki, shin,

neue stadt, hof

– die bedeutung hält

in manier der zangen

(hinter den wangen)

den ihren hoch

in stöcken die zähne zusammen,

in einem strich

– leiter der kunde –

münden sie zu gestalten,

– alles drinnen

draussen halten –

gilt es:

die lichter

– gesichtgewichtete

liederlose –

werfen die feder

schlitzend

an den schirm

(augengefieder):

– papieren war es ein mal –

die packung schlecht hin,

gibt nicht mehr fleisch ab,

knistert nur noch im pick,sel,

darunter geht nichts mehr,

darum beissen sie sich ein,

bauen ein bisschen hoch hinunter –

den schacht, mit stäben stochern sie so rum,

die schwarzen welschen, verborgen in den zöpfen

unter der kirsche spucken sie entfleischt rede

auf die trockenen stränge der zungenbahn,

drinnen im fischmagen unter der erde

– beugen, bücken, knien –

sie und reiben sich am gruss,

guss also wird haltung, heisst:

so steh doch – auf distanz,

dies stanz mal ohne zu hämmern, raus –

aber nein:

beugen macht sausen

zum gleiten am glas

der zellen bau,

kein knäuel, rein,

zopffein verwirrt

schachtelt im karton gebell,

unter den pappen zischelt was weg,

selbst im schlaf stossen bebende

aus den rachen ihre knüpfzungen

den rast losen stätten hoch:

my city’s

– glanz glast über sturz,

öffnet die ohren,

entstopft durch zopf,

haarig fasert

– zeit

nach dem papier

– der blüten stoff

ein

– hier, nie dort

im mund,

tremoliert ab schirm

der herren ruf:

aka, aka, saka,

– dem ort:

kakio, o sake

– entschwirrt die geburt

im halbdämmer flimmert

gemeintes, eingetunkt

im saft lichtet es sich

draht lose ab im hall

kehrt es wider

des tages helle zu wachen,

entgeht

(wieder rum)

im

– nichts –

erfochtenen

gibt es sich

versprochen

(hin)

– in zeit

engt es in weite

an dauer,

weist jeden arm

hier

und sich aus,

mut zum schauer

– fehlt, gewaltig

bellen nur namen

des kimono

(damen) an:

hai

gibt den saum

ihrer wacht,

bein für pein, ab

geschnitten durch

der kehle raum –

ein binden des fadens

im rauschen von leder,

das spannt,

was haut unterm schuh:

husch –

hebt es schon ab,

enthebt jedem bund

des knoten strich,

lüftet unentwegt,

was sich bildet

am anderen ende

der sicht und bricht

kanji

bewegt

(ortwort belegt)

der hand ihre zeichen

an die haut wand –

deren falten sich setzen

fort im zopf

hinaus in den topf:

pott – statt kreis,

gibt er sich bloss

reif, weise